Achtsamer werden: So führst du ein erfüllteres Leben

Wann hast du das letzte Mal hektisch und ziellos durch deine Instagram-Timeline gescrollt? Dem Wahn der ständigen Informationssucht verfallen. Kein Gedanke wird wirklich zu Ende gedacht. In ruhigen Momenten zücken wir unser Smartphone, um uns „berieseln zu lassen“. Größtenteils von unpersönlichen News, die uns nicht bereichern, sondern nur unsere kostbare Zeit rauben. Videos, in denen tollpatschige Menschen hinfallen. Fotos von süßen Katzenbabys. Memes, die dich für genau eine Sekunde zum schmunzeln bringen. Und zack wird wieder weitergescrollt. Währenddessen läuft natürlich der Fernseher. Alles wird so schnell langweilig und verworfen.. 

 

Wenn ich mich dabei erwische, wie ich wie ein Smombie (ein Kofferwort aus den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“) durch die Stadt laufe, wird mir klar, dass es mal wieder Zeit für mehr Achtsamkeit ist. Im Zeitalter des Internets verlernen wir immer mehr, Dinge bewusst und ohne Ablenkung auszuführen. Ständige Rastlosigkeit im Kopf. Unsere Gedanken kreisen um alles und nichts. Unsere Zerstreutheit steuert uns im wirren Zickzackkurs durch unser Leben. Was das für Folgen hat? Sinneseindrücke bleiben uns verborgen. Gedanken werden nicht verarbeitet. Kreative Ideen und Einfälle bleiben unbeachtet und werden nicht weitergedacht. Viele körperliche Reaktionen und Emotionen bleiben unerklärlich, weil wir weder die Zeit noch die Muße haben, über uns nachzudenken. Wir laufen blind durch unser Leben, obwohl wird doch so vieles sehen.

 

„Was machst du, um dich zu entspannen?“, fragt der Schüler seinen Meister. „Nichts“, erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.“ „Das tun doch alle“, meinte der Schüler darauf. „Eben nicht!“, antwortete der Meister. 

(Eine buddhistische Anekdote)

 

Geistige Ruhe und Klarheit ist inspirierend und erholsam. Besser lässt sich Alltagsstress nicht abbauen. Ein warmes Bad und eine Tasse Tee können natürlich helfen, doch schlussendlich beginnt Entspannung mit dem Loslassen von zahlreichen „Gedankenfetzen“ und dem Bewusstmachen des Hier und Jetzt. Dinge achtsam zu verrichten, kostet anfangs Mühe und Durchhaltevermögen, aber bewährt sich immer.

 

Auch dein Umfeld wird sich merklich verändern, wenn Achtsamkeit in dein Leben tritt. Wieso solltest du dein getragenes T-Shirt jetzt hier in die Ecke pfeffern? Um Zeit zu sparen oder weil „keinen Bock“? Unordnung (sowohl im Kopf als auch in deinen Räumlichkeiten) ist das Resultat impulsiver Überreaktionen - verursacht durch Unachtsamkeit.

 

Wer ein Gefühl für Achtsamkeit entwickelt, wird nie wieder dauerhaft Stress oder Überforderung empfinden. Ganz nach dem Motto: „Alles zu seiner Zeit.“ Es gibt jedoch einen kleinen Haken. Eine bestimmte Eigenschaft darf neben Achtsamkeit nicht fehlen. Ohne Stehvermögen wirst du Stress nicht völlig vermeiden können. Stehvermögen, Menschen in deiner Umgebung mitzuteilen, dass du auch mal keine Zeit hast, um sofort zu reagieren, zu helfen, zu antworten, bestimmte Aufgaben zu erledigen etc. Andere leben nicht dein Leben und sehen, ohne es böse zu meinen, häufig nur ihre Belange. Ganz allein du musst deinen Mitmenschen klarmachen, wann genug ist. Auch mal nicht zur Verfügung zu stehen, ist wichtiger Bestandteil deiner inneren Ausgeglichenheit und Gesundheit, denn solange ständig Druck auf dir lastet, wirst du Stress nicht umgehen können.

 

Natürlich ist das Leben kein Wunschkonzert. Manche Dinge müssen nun mal in kürzester Zeit unter Hochdruck bewältigt werden. Dann gilt es: Fassung bewahren und Zeitmanagement betreiben. Zeitmanagement hilft dir bei deiner Achtsamkeit, während es sogar deine Produktivität steigert. (Mehr zum Thema Zeitmanagement und viele hilfreiche Tipps zur Umsetzung überliefert dir unser Buch FITNESSFORMEL.)

 

Doch wie lässt sich Achtsamkeit üben? Es folgen vier kleine Denkanstöße, die mir selbst geholfen haben, meine Achtsamkeit auszubauen.

 

1. Neues im Alten sehen. Tägliche Routinen mal anders wahrnehmen. Achte zum Beispiel während des Zähneputzens am Morgen bewusst auf Dinge, die sonst nicht deine Beachtung bekommen. Auf die Haptik und das Material deiner Zahnbürste beispielsweise.

 

2. Den Alltag langsamer beschreiten. (Funktioniert fast nur in Verbindung mit Zeitmanagement.) Wer langsamer geht oder fährt, nimmt automatisch mehr und vor allem anders wahr. Und plötzlich siehst du Dinge während deines morgendlichen Weges zur Arbeit, die dir bisher völlig fremd waren.

 

3. Permanente Geräuschkulissen wahrnehmen und bewusst hinhören. Stille genießen und nicht ständig übertönen wollen. Muss im Auto eigentlich immer das Radio laufen?

 

4. In den Körper hineinspüren. Schmerzen oder Unbehaglichkeiten orten und analysieren. Die Atmung genauer wahrnehmen. Angespannte Körperpartien bewusst entspannen. Gehörst du zu den Menschen, die ständig Ihre Schulter hochziehen (ohne es zu merken) und abends über Verspannungen klagen? Denk mal öfter an dich und versuch deine Haltung mehrmals täglich zu korrigieren. So bekommst du nach und nach ein Gefühl für deinen Körper und vor allem für die für dich angenehmste Körperhaltung.

 

 

Mich persönlich hat Achtsamkeitstraining ungemein bereichert und ich hoffe, ich konnte auch dich ein wenig dazu inspirieren, ein achtsameres Leben zu führen.

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Kommentare: 13
  • #1

    Leandra (Samstag, 26 August 2017 12:12)

    Danke Lea, dass du uns immer wieder an deiner "Persönlichkeitsentfaltung" Teil haben lässt und uns Anstöße gibst unser Leben besser zu gestalten und uns auch zu entwickeln.
    Eine super geschriebener Eintrag der zum nachdenken anregt!
    Liebe Grüße

  • #2

    Naderi (Samstag, 26 August 2017 12:14)

    Wow, echt guter Blogpost! Finde es gut, dass das mal einer anspricht. Ertappe mich selbst immer dabei wie mich Instagram, Facebook und Co von der eigentlichen Arbeit abhalten. Deine Tipps finde ich sehr gut und werde sie jetzt auch umsetzen ��

  • #3

    Mara (Samstag, 26 August 2017 12:15)

    wow, all diesen nebensächlichen dingen habe ich keine aufmerksamkeit geschenkt und dennoch spielt das so eine große rolle im alltag... du motivierst mich immer wieder aufs neuste und bist einfach so eine große inspiration <3 DANKE

  • #4

    Hannah (Samstag, 26 August 2017 12:15)

    Ein sehr schöner Blogeintrag, der mich wirklich zum Nachdenken angeregt hat! Auch ich ertappe mich leider sehr oft dabei, Vieles gar nicht mehr bewusst wahrzunehmen. Ich danke dir für deine Tipps und werde in nächster Zeit auf jeden Fall versuchen, diese in die Tat umzusetzen!

  • #5

    Samantha (Samstag, 26 August 2017 12:26)

    Jedes Wort ist wahr! Danke für den Beitrag.

  • #6

    Marcel (Samstag, 26 August 2017 12:52)

    Ein sehr eindrucksvoller und wichtiger Post. Ich fange sofort mit der Umsetzung an. :)

  • #7

    Sandra (Samstag, 26 August 2017 14:18)

    Ohne jetzt einen übertriebenen Beitrag zu schreiben: Lea, du bist diejenige, der ich gerne täglich kurz Beachtung schenke, um mir deine Antworten auf ask durchzulesen. Ich kriege so viele Denkanstöße von dir - danke dafür! Kannst stolz auf dich sein.

  • #8

    Lucie (Samstag, 26 August 2017 14:22)

    Das mit der Stille kann ich nur bestätigen, war völlig überwältigt als ich das erste Mal nur dem Rauschen der Bäume gelauscht habe, was man ja sonst eher ausblendet. Dieses Rauschen ist aber, wenn man wirklich hinhört, sehr laut! Finde ich total schön, erinnert schon fast an Meeresrauschen :)

  • #9

    Marco (Samstag, 26 August 2017 14:32)

    Schön geschrieben. Die Umsetzung wird schon schwieriger. Aber gute Anregung!

  • #10

    Fanny (Samstag, 26 August 2017 16:13)

    Habe mich (leider) zu hundert Prozent mit der Beschreibung von unachtsamen Menschen identifizieren können. Werde auf jeden Fall in Zukunft im Alltag anders agieren und alles bewusster wahrnehmen. Vielen lieben Dank für den neuen Denkanstoß, er kam genau zur rechten Zeit.

  • #11

    Lisa (Samstag, 26 August 2017 17:25)

    Super motivierender Beitrag! :)

  • #12

    Lena (Montag, 11 Dezember 2017 17:35)

    Ein wirklich toller Beitrag. Man sollte wirklich bewusster und vor allem achtsamer mit unserer kostbaren Zeit umgehen. Danke für die Hilfe. :-)

  • #13

    Suni (Dienstag, 12 Dezember 2017 14:25)

    Danke Lea. Genau das habe ich jetzt gebraucht.