15 Minuten tägliche Routine, die dein Leben verändern werden

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich bei “Meditation” immer sofort das Bild eines Mönches vor Augen, der im Schneidersitz stundenlang verharrt, es schafft, seine Gedanken auszuschalten und sich ganz dem Geist-entleeren hingibt.

Aber ganz ehrlich: Wer nicht gerade liebend gern oder mit voller Überzeugung altklösterliche Praktiken ausübt, wird dieser Art von Meditation keine Kraft entziehen können. Es muss eine neue Art der Meditation her. Eine an die moderne Welt angepasste! 


Ich möchte dir im Folgenden eine Praktik näherbringen, die, wenn du dich darauf einlässt, mit nur 15 Minuten am Tag dein gesamtes Leben verändern kann. Sie stammt von Vishen Lakhiani, einem bedeutenden Entrepreneur, Autor und Sprecher. Er nennt diese Praktik "Die 6 Phasen".

 

Was du erwarten kannst: Eine Verbesserung der beruflichen Leistung und der allgemeinen Lebensqualität. Du wirst robuster und widerstandsfähiger gegen Stolpersteine werden, die dir deinen Weg in Richtung Ziel versperren, dich aufhalten und an dir zweifeln lassen. Dein Gehirn wird wacher werden, deine Konzentration geschärft und deine Fähigkeit der Problemlösung in erheblichem Maße gesteigert!

 

Du bist skeptisch? War ich am Anfang auch, bis ich verstanden habe, dass diese Praktik rein gar nichts mit herkömmlichem Meditieren zu tun hat. Du musst weder deine Gedanken völlig zum Stillstand bringen (was mir persönlich sowieso nie wirklich gelungen ist) noch deinen Geist entleeren. 15 Minuten dauern "Die 6 Phasen". Los geht’s:


 

 

Vorab: Jede Phase fördert eine von sechs Schlüsselqualifikationen. Die Phasen 1-3 fördern Glück und Zufriedenheit im Jetzt und die Phasen 4-6 beflügeln deine Zukunftsvisionen. Ich möchte dir zunächst den Inhalt jeder einzelnen Phase näherbringen.

 

Phase 1: Mitgefühl

Hierbei geht es darum, anderen gegenüber aber auch mit dir selbst gütiger zu werden. Eine super Übung, um seine Selbstliebe zu steigern. Ziel ist es, deine Verbundenheit mit anderen zu spüren. Zunächst erstreckt sie sich auf Freunde und Verwandte, später sogar auf fremde Menschen.

 

Praktische Umsetzung: Denk an jemanden, den du zutiefst liebst. Visualisiere es. Spüre das Mitgefühl und die Liebe, die du empfindest. Stelle dir diese Liebe als eine Blase vor, die dich umgibt. Lasse sie langsam wachsen. Den Raum ausfüllen, in dem du dich befindest. Dann das Haus, das Viertel, die Stadt, das Land und schließlich den gesamten Planeten. Beziehe Menschen innerhalb dieser Blase mit ein. Du musst sie nicht lieben, es genügt, wenn du ihnen Liebe und Mitgefühl sendest!

 

Phase 2: Dankbarkeit

Es ist schön und gut, große Ziele zu haben. Um so wichtiger ist es, auch das bereits Erreichte zu schätzen und damit zufrieden zu sein - schon jetzt Glück und Zufriedenheit zu spüren und diese nicht vom Erreichen deines ganz großen Ziels abhängig zu machen. Du wirst merken, wie positiv sich das auf dein Wohlbefinden auswirkt. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Dankbarkeit das Energielevel steigert, Ängste reduziert und die Schlafqualität verbessert.

 

Praktische Umsetzung: Denke als erstes an 3 Dinge aus deinem Privatleben, für die du dankbar bist. Das können ganz simple Dinge sein wie zum Beispiel eine Tasse heißer Kaffee oder ein gutes Buch, das dich momentan fesselt. Oder du denkst an liebe Menschen wie deine Famile oder deine beste Freundin. Visualisiere anschließend 3 Dinge aus deinem Berufsleben, für die du dankbar bist. Nun der entscheidende Teil: Überlege dir 3 Dinge an dir selbst, für die du sehr dankbar bist. Sind es bestimmte Charaktereigenschaften? Optische Merkmale? Deine Intelligenz? Bestimmte Fähigkeiten und Talente?

 

 

Phase 3: Vergebung

Vergebung macht dich widerstandsfähiger und weniger angreifbar. Du musst mit dir und der Welt im Reinen sein. In mehreren Studien wurde bereits erwiesen, dass Vergebung die sportliche Leistungsfähigkeit steigern und körperliche Schmerzen lindern kann. Das Gute daran ist, dass sich Vergebung trainieren lässt. Je stärker ausgeprägt sie ist, desto weniger bringen dich bestimmte Personen oder Situationen aus der Fassung.

 

Praktische Umsetzung: Gibt es mehrere Personen denen du vergeben willst? Du kannst dir auch selbst für etwas vergeben, das du getan hast. Nimm dir pro “Sitzung” eine Person vor. Führe dir die Person oder Situation vor Augen und gehe folgende drei Schritte durch: (1) Visualisiere die Szene, die sich ereignet hat. (2) Spüre den Zorn und den Schmerz. (3) Vergib, um zu lieben. Frage dich: Was habe ich daraus gelernt? Inwiefern hat sich mein Leben dadurch verbessert? Vergiss nicht, dass verletzte Menschen Menschen verletzen. Frage dich also, was könnte dieser Person angetan worden sein, dass sie mir jetzt wehtun muss. Betrachte die Situation auch aus der Perspektive des anderen. Wenn eine Sitzung nicht reicht, um der Person zu vergeben, wiederhole es bei der nächsten. Vergebung braucht Übung.

 

Phase 4: Zukunftsträume

Wer erst einmal eine Vision vor Augen hat, kann aus ihr viel Energie schöpfen und sich von ihr vorantreiben lassen. Sie zeigt das Leben, das du künftig führen möchtest. 

 

Praktische Umsetzung: Die vorherigen Phasen haben sich mehr mit der Gegenwart beschäftigt. Jetzt geht es um die Zukunft. Visualisiere deine Zukunft und denke dabei genau 3 Jahre voraus. Was hast du in 3 Jahren erreicht? Wie lebst du? Visualisiere, wie dein Leben wäre, wenn du dein Ziel bereits erreicht hättest und konzentriere dich dabei auf Gefühle wie zum Beispiel auf Stolz oder Genugtuung, die du spürst. Und nun verdoppele alles, was du siehst! Dein Gehirn UNTERschätzt meist, was du innerhalb von drei Jahren schaffen könntest. In der Regel ÜBERschätzen wir jedoch das, was wir in einem einzigen Jahr erreichen könnten.

 

 

Phase 5: Der perfekte Tag

Vorab ein Beispiel: Du wolltest schon immer DIE eine Handtasche besitzen. Nachdem du sie endlich gekauft hast, fällt dir plötzlich auf, wie viele Menschen um dich herum die gleiche Tasche besitzen - das war dir vorher gar nicht bewusst. Woran liegt das? Diese eine Tasche stellt für dich etwas Positives dar. Dein Gehirn (genauer gesagt dein aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem) wird veranlasst, alles Positive zu beachten. Du trainierst dein Gehirn darauf, das Negative zu ignorieren und sich nur für die positiven Aspekte zu öffnen.

 

Praktische Umsetzung: Dieses Phänomen machst du dir im Folgenden zu nutzen. Stelle dir deinen perfekten Tag im einzelnen vor - jedes Detail. Wie dein Morgen abläuft, der Vormittag, wie du deine Freunde oder Kollegen bei der Arbeit siehst, was es Köstliches zum Mittag gibt, was du nach der Arbeit tust, wie dein Abend verläuft - eben den gesamten Tag. Indem du dir immer wieder einen perfekten Tag vor Augen führst, “trainierst” du dein Gehirn, die Dinge allgemein positiver zu sehen. Stelle dir jeden Abschnitt des Tages perfekt vor. 

Zitat: “Verändere nicht unbedingt die Welt - es genügt, wenn du den Fokus deiner Weltsicht veränderst!” - Vishen Lakhiani

 

 

Phase 6: Segnung

Zum Schluss folgt der etwas spirituell anmutende Teil der Übung, der, wie ich festgestellt habe, einen angenehmen Abschluss zu der Reise durch die ersten 5 Phasen darstellt. Es geht darum, dass du dich geschützt und unterstützt fühlst. Diese Phase ist trotz seines Namens unabhängig von deinen religiösen oder spirituellen Überzeugungen. 

 

Praktische Umsetzung: Wer an eine höhere Macht glaubt, der stellt sich vor, dass er sich dieser anvertraut, eine Verbindung herstellt und ihre Energie in sich einfließen lässt - vom Scheitel bis in die Fußspitzen fühlst du dich geliebt und unterstützt. 30 Sekunden lang. Wenn du nicht an eine höhere Macht glaubst, stelle dir stattdessen vor, dass du dich selbst "rebootest” und dich auf deine Kräfte besinnst. Diese Energie lässt du ebenfalls durch dich hindurchfließen. 

 

Visualisiere eine geschützte, kraftvolle Umgebung, die dich vor Schaden bewahrt. Bedanke dich gedanklich bei dieser höheren Macht bzw. bei dieser Energie.

 


Wenn du fertig bist, öffnest du die Augen. Das war's. Am besten machst du die Übung einmal täglich morgens oder vor dem Zubettgehen. Wenn du sie morgens ausübst, lädt sich dein Tag mit Energie auf und du visualisierst den Verlauf des Tages. Führst du die Übung eher am Abend durch, führst du dir den Verlauf des kommenden Tages vor Augen. Ob du sitzt, liegst oder stehst spielt keine Rolle. Hauptsache du hast 15 Minuten völlige Ruhe und wirst nicht abgelenkt.

 

Taste dich langsam heran. Beginne am ersten Tag nur mit der ersten Phase. Am zweiten Tag dann mit Phase 1 und 2 und immer so weiter. Erst am sechsten Tag durchschreitest du alle 6 Phasen hintereinander. Wie lang eine Phase dauert, hängt von dir ab. Insgesamt solltest du alle Phasen innerhalb von 15 Minuten durchschreiten. Solltest du wenige Minuten mehr oder weniger benötigen, ist das auch völlig okay.

 


Wenn Meditation doch einen solchen Nutzen verspricht, warum meditieren dann nur so wenige Menschen? 

 

Der meist verbreitete Grund ist vermeintlicher Zeitmangel. Es müssen andere Dinge erledigt werden. Als Anwender dieser Übung kann ich dazu nur eins sagen: Schwachsinn! Das ist gerade so als würdest du sagen, du seist zu durstig, um zu trinken.

 

Der enorme Produktivitäts-Schub, denn du aus der viertel Stunde “Meditation” beziehst, macht den vermeintlichen “Zeitverlust” locker wett. Ganz zu schweigen von den vielen Vorteilen, die Meditation mit sich bringt: Mehr Gesundheit und Kraft bis hin zu höherer Kreativität und Fähigkeit, Probleme zu bewältigen. Probiere es selbst aus! 

Die Viertelstunde verlängert deinen Tag um Stunden, indem sie dein Gehirn auf mehr Effektivität und Produktivität einstimmt.